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Fellwechsel beim Pferd: Welche Nährstoffe jetzt wirklich zählen

Ratgeber · Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

Kurz gesagt: Der Fellwechsel wird vor allem durch die Tageslänge gesteuert. Um ein neues Fell aufzubauen, braucht das Pferd ausreichend Eiweiß sowie Spurenelemente wie Zink und Kupfer und das Vitamin Biotin. Gut versorgte Pferde schaffen den Wechsel meist problemlos. Bei erhöhtem Bedarf kann eine gezielte Kur mit einem Ergänzungsfuttermittel sinnvoll sein.

Jedes Jahr zweimal dasselbe Bild: Im Frühjahr fliegen die Haare, im Herbst wächst das dichte Winterfell. Für das Pferd ist das echte Arbeit. Es baut in wenigen Wochen ein komplett neues Fell auf. In diesem Ratgeber erklären wir, was dabei im Körper passiert, welche Nährstoffe jetzt wichtig sind und wie Sie Ihr Pferd sinnvoll unterstützen.

Wann und warum wechselt das Pferd sein Fell?

Der wichtigste Taktgeber ist das Tageslicht. Werden die Tage kürzer, bildet der Körper mehr Melatonin, und das Winterfell beginnt zu wachsen. Werden die Tage im Frühjahr länger, kehrt sich der Prozess um. Die Temperatur beeinflusst den Fellwechsel zusätzlich, bei Ponys oft stärker als bei Großpferden.

  • Herbst: Das Winterfell wächst in der Regel ab September bis in den November hinein.
  • Frühjahr: Das Winterfell wird etwa von Februar bis Mai abgeworfen.

Warum der Fellwechsel Nährstoffe kostet

Haare bestehen fast vollständig aus Keratin, einem Eiweiß. Für seinen Aufbau braucht das Pferd:

  • Eiweiß und Aminosäuren: vor allem schwefelhaltige Aminosäuren wie Methionin und Cystein. Sie verleihen dem Keratin seine Festigkeit.
  • Zink: ist an der Bildung von Eiweißen beteiligt, auch von Keratin, und wichtig für Haut und Fell.
  • Kupfer: wird für die Bildung von Melanin gebraucht, dem Farbstoff in Fell, Mähne und Schweif.
  • Biotin: ein B-Vitamin, das für Haut, Fell und Hufhorn wichtig ist. Ein Teil davon entsteht bei der Verdauung im Dickdarm.

Laut den Empfehlungen des US-amerikanischen National Research Council (NRC) braucht ein Pferd rund 40 mg Zink und 10 mg Kupfer pro Kilogramm Futter-Trockenmasse. Das entspricht bei einem 500-kg-Pferd etwa 400 mg Zink und 100 mg Kupfer am Tag. Heu und Weide decken diesen Bedarf oft nicht vollständig. Deshalb ist ein gutes Mineralfutter die Basis jeder Fütterung.

Was sagt die Forschung?

Zum Fellwechsel und zur Nährstoffversorgung von Pferden gibt es eine ganze Reihe von Untersuchungen. Vier davon sind für den Stallalltag besonders aufschlussreich:

  • Tageslicht als Taktgeber (O'Brien et al., 2020): Forscher in Irland untersuchten, wie Kunstlicht den Fellwechsel beeinflusst. Wird das Licht nach der Herbst-Tagundnachtgleiche verlängert, lässt sich das Wachstum des Winterfells nicht mehr aufhalten. Der richtige Zeitpunkt ist also entscheidend. Ponys reagierten zudem stärker auf die Temperatur als Großpferde.
  • Zinkversorgung in der Praxis (Wichert et al., 2002): In Bayern wurde die Versorgung von 106 Pferden aus 13 Betrieben untersucht. Nur 42 % der Pferde erreichten die empfohlene Zinkmenge, ein Viertel bekam weniger als die Hälfte. Beim Kupfer lagen dagegen 85 % im empfohlenen Bereich.
  • Zink und Kupfer für die Haarstruktur (Kania et al., 2009): 18 Vollblüter erhielten über 110 Tage Zink und Kupfer, entweder in organisch gebundener oder in anorganischer Form. Bei organisch gebundenen Spurenelementen wurden die Haare elastischer und reißfester. Bei der anorganischen Form wurden sie zwar elastischer und dicker, aber weniger reißfest.
  • Biotin braucht Geduld (Josseck et al., 1995): Lipizzaner erhielten täglich 20 mg Biotin. Eine deutliche Verbesserung des Hufhorns zeigte sich nach neun Monaten und blieb bei weiterer Fütterung erhalten.

Zusammengenommen ergibt sich ein klares Bild: Den Zeitpunkt bestimmt das Licht, die Zinkversorgung ist in der Praxis häufig knapp, und sowohl die Form der Spurenelemente als auch die Dauer der Fütterung beeinflussen das Ergebnis.

So unterstützen Sie Ihr Pferd im Fellwechsel

  1. Grundversorgung sichern: Ein ausgewogenes Mineralfutter deckt den täglichen Bedarf an Spurenelementen und Vitaminen, zum Beispiel VitPet+ Daily Natural Minerals.
  2. Genug Raufutter und Eiweiß: Gutes Heu in ausreichender Menge ist die wichtigste Eiweißquelle. Bei Pferden mit hohem Bedarf lohnt ein Blick auf die Eiweißversorgung.
  3. Gezielt ergänzen, wo mehr gebraucht wird: Im Fellwechsel, bei stumpfem Fell oder in Belastungsphasen kann eine Kur mit Zink, Biotin oder einer Fellkur sinnvoll sein.
  4. Regelmäßig putzen: Das Striegeln löst alte Haare, regt die Durchblutung der Haut an und zeigt Ihnen früh, wie sich das Fell entwickelt.
  5. Gewicht im Blick behalten: Ein dichtes Winterfell kann Rippen und Kruppe verdecken. Tasten Sie die Figur regelmäßig ab, statt sich nur auf das Auge zu verlassen.

Welche Kur passt zu welchem Pferd?

VitPet+ bietet drei Ergänzungsfuttermittel für die Fellwechsel-Zeit an. Sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte:

Produkt Schwerpunkt Tagesmenge Großpferd (600 kg) Anwendung
VitPet+ Zink Forte Plus Hochdosiertes Zink plus Kupfer und Selen 40 g (2 Messlöffel à 20 g) Als Kur 1- bis 2-mal im Jahr über je 2 bis 3 Monate
VitPet+ Biotin + Zink Biotin für Fell, Haut und Hufe 10 g (1 Messlöffel), entspricht 20 mg Biotin Tägliche Fütterung über einen längeren Zeitraum
VitPet+ Fell Aktiv Flüssige Intensivkur mit Biotin, MSM, Chlorella und Pflanzenkomplex 50 ml Zyklen von 20 Tagen (1 Liter) mit 3 bis 4 Tagen Pause, empfohlen 2 Zyklen

Kleinpferde (ca. 300 kg) erhalten bei Zink Forte Plus 20 g und bei Biotin + Zink 5 g täglich.

Unsere Orientierung:

  • Zink Forte Plus eignet sich, wenn Sie die Fellwechsel-Zeit gezielt mit einer höheren Zinkmenge begleiten möchten. Wichtig: Halten Sie die angegebene Tageshöchstmenge und die Kurdauer ein. Zink ist lebenswichtig, aber mehr ist nicht automatisch besser.
  • Biotin + Zink passt, wenn Sie langfristig etwas für Fell und Hufe tun möchten. Planen Sie dafür ausreichend Zeit ein, denn Biotin wirkt nur auf neu nachwachsendes Horn und Haar.
  • Fell Aktiv ist die Intensivkur in flüssiger Form, etwa bei stumpfem Fell oder im Fellwechsel. Geben Sie die Tagesmenge mit einer kleinen Portion Futter zu Beginn der Fütterung, damit sie vollständig aufgenommen wird. Wer zusätzlich die Hufe unterstützen möchte, kann die Kur auf 3 bis 6 Zyklen verlängern, denn Hufhorn wächst deutlich langsamer als Fell.

Unser Tipp: Kombinieren Sie nicht mehrere zinkreiche Produkte gleichzeitig, ohne die Gesamtmenge zu kennen. Rechnen Sie das Zink aus Mineralfutter und Ergänzungen zusammen.

Wie lange dauert es, bis man Ergebnisse sieht?

Haare und Hufhorn wachsen langsam. Neues, glänzendes Fell sehen Sie erst mit dem nächsten Haarwuchs, also meist nach einigen Wochen. Beim Huf dauert es viele Monate. Beginnen Sie deshalb am besten schon zu Beginn des Fellwechsels und nicht erst, wenn er fast vorbei ist.

Häufige Fragen zum Fellwechsel beim Pferd

Ist es normal, dass mein Pferd im Fellwechsel müder wirkt?

Viele Halter beobachten, dass ihre Pferde in dieser Zeit etwas weniger leistungsbereit sind. Der Aufbau eines neuen Fells beansprucht den Stoffwechsel. Achten Sie auf eine gute Versorgung und passen Sie das Training bei Bedarf an.

Sollte ich mein Pferd scheren oder eindecken?

Das hängt von Haltung und Nutzung ab. Ein Pferd, das im Winter viel schwitzt, profitiert oft von einer Schur, braucht dann aber eine Decke. Wenn Sie früh im Herbst eindecken, wächst das Winterfell meist weniger dicht.

Mein Pferd verliert sein Winterfell nicht richtig. Was tun?

Wenn ein Pferd sein Winterfell im Frühjahr nicht oder nur teilweise abwirft, oder das Fell ungewöhnlich lang und lockig bleibt, sollten Sie das von Ihrem Tierarzt abklären lassen.

Hilft MSM auch im Fellwechsel?

MSM liefert organischen Schwefel, einen Baustein von Keratin. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber MSM für Pferde: Was es ist, wie man es dosiert und wie lange man es füttert.

Tipp für die Fellwechsel-Zeit: Mit VitPet+ Zink Forte Plus, VitPet+ Biotin + Zink und VitPet+ Fell Aktiv finden Sie für jeden Bedarf die passende Unterstützung. Alle VitPet+ Produkte für Pferde ansehen →


Über den Autor

Silvester Rossmann ist gelernter Landwirt und seit knapp 30 Jahren in der pharmazeutischen Industrie tätig. Dort hat er gelernt, worauf es ankommt: Wirksamkeit, Qualität, Sicherheit und die Relevanz von Studien. Als Inhaber der slyco GmbH lässt er dieses Wissen aus Tierwirtschaft und Pharma in die Produkte von VitPet+ einfließen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Wenn Ihr Pferd gesundheitliche Beschwerden hat, wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt.

Quellen:
O'Brien C., Darcy-Dunne M. R., Murphy B. A. (2020): The effects of extended photoperiod and warmth on hair growth in ponies and horses at different times of year. PLOS ONE 15(1).
Josseck H., Zenker W., Geyer H. (1995): Hoof horn abnormalities in Lipizzaner horses and the effect of dietary biotin on macroscopic aspects of hoof horn quality. Equine Veterinary Journal.
National Research Council (2007): Nutrient Requirements of Horses. 6. Auflage, National Academies Press.
Wichert B., Kienzle E., Thomas W. (2002): Zinc, Copper and Selenium Intake and Status of Horses in Bavaria. Journal of Nutrition 132(6).
Kania M., Mikołajewska D., Marycz K., Kobielarz M. (2009): Effect of diet on mechanical properties of horse's hair. Acta of Bioengineering and Biomechanics 11(3).


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