Ratgeber · Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten
Kurz gesagt: Zink ist an der Bildung von Keratin beteiligt, dem Baustoff von Haut, Fell und Hufhorn. Ein Großpferd braucht rund 400 mg Zink am Tag. Heu allein deckt das oft nicht. Zink wirkt zusammen mit Kupfer und Selen, deshalb sollten die drei immer gemeinsam betrachtet werden. Eine hochdosierte Zinkgabe gehört als Kur gefüttert, nicht dauerhaft.
Kaum ein Spurenelement wird bei Pferden so oft ergänzt wie Zink. Das hat gute Gründe, führt in der Praxis aber auch zu Unsicherheit: Wie viel braucht mein Pferd wirklich? Woran erkenne ich, ob es zu wenig bekommt? Und was hat Kupfer damit zu tun? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.
Wofür braucht das Pferd Zink?
Zink ist Bestandteil von über hundert Enzymen und an vielen Vorgängen im Stoffwechsel beteiligt. Für Pferdehalter sind vor allem drei Punkte wichtig:
- Haut und Fell: Zink wird für die Bildung von Eiweißen gebraucht, darunter Keratin. Keratin ist der Hauptbaustoff von Haaren, Haut und Hufhorn.
- Hufhorn: Ein gut versorgtes Pferd bildet festes Horn. Neues Horn wächst allerdings langsam nach.
- Stoffwechsel: Zink ist an zahlreichen enzymatischen Reaktionen beteiligt, unter anderem im Zusammenhang mit der körpereigenen Abwehr.
Wie viel Zink braucht ein Pferd?
Nach den Empfehlungen des US-amerikanischen National Research Council (NRC) liegt der Bedarf bei rund 40 mg Zink pro Kilogramm Futter-Trockenmasse. Für ein 500-kg-Pferd sind das etwa 400 mg am Tag.
Heu und Weidegras liefern je nach Boden und Düngung sehr unterschiedliche Mengen und decken diesen Bedarf häufig nicht. Ein Mineralfutter gleicht das normalerweise aus. Wird keines gefüttert, entsteht schnell eine Lücke.
Bekommt mein Pferd genug Zink?
Dazu gibt es eine aufschlussreiche Untersuchung aus Deutschland. Wichert und Kollegen prüften 2002 die Versorgung von 106 Pferden aus 13 bayerischen Betrieben:
- Nur 42 % der Pferde erreichten die empfohlene Zinkmenge.
- Ein Viertel bekam weniger als die Hälfte der Empfehlung.
- Beim Kupfer lagen dagegen 85 % im empfohlenen Bereich.
- Beim Selen erhielt mehr als die Hälfte weniger als die Hälfte der Empfehlung.
Interessant ist auch der zweite Teil des Ergebnisses: Trotz der knappen Versorgung zeigte keines der Pferde deutliche Mangelerscheinungen. Eine knappe Zufuhr bedeutet also nicht automatisch ein krankes Pferd. Sie bedeutet, dass wenig Spielraum bleibt, wenn der Bedarf steigt, etwa im Fellwechsel oder bei stärkerer Belastung.
Verlässlich lässt sich die Versorgung nur über eine Rationsberechnung beurteilen, also über die Frage, wie viel Zink Heu, Kraftfutter und Mineralfutter zusammen liefern. Blutwerte sind bei Zink nur begrenzt aussagekräftig, und eine Haaranalyse ersetzt keine Rationsberechnung.
Zink, Kupfer und Selen gehören zusammen
Zink entfaltet seine Aufgaben nicht allein. Zwei weitere Spurenelemente gehören dazu:
- Kupfer: Zink und Kupfer nutzen im Darm teilweise dieselben Aufnahmewege. Ein dauerhaft starker Überschuss des einen kann die Aufnahme des anderen beeinträchtigen. Für die Gesamtration wird meist ein Verhältnis von etwa 3 : 1 bis 4 : 1 (Zink zu Kupfer) empfohlen. Wer Zink deutlich erhöht, sollte Kupfer deshalb mitdenken.
- Selen: Selen wirkt im Zusammenspiel mit Zink beim Schutz der Zellen vor oxidativem Stress. Anders als bei Zink ist der Abstand zwischen Bedarf und Zuviel bei Selen klein. Der Bedarf liegt bei etwa 1 mg am Tag für ein 500-kg-Pferd. Rechnen Sie deshalb alle selenhaltigen Futtermittel zusammen.
Was sagt die Forschung zu den Zinkformen?
Zink kann in unterschiedlichen Verbindungen gefüttert werden. Eine Studie hat untersucht, ob das einen Unterschied macht:
Kania et al. (2009): 18 Vollblüter erhielten über 110 Tage Zink und Kupfer, entweder organisch gebunden oder in anorganischer Form. Bei den organisch gebundenen Spurenelementen wurden die Haare elastischer und reißfester. In der Gruppe mit der anorganischen Form wurden die Haare zwar elastischer und dicker, aber weniger reißfest.
Die Anzahl der Studien am Pferd ist überschaubar. Die Ergebnisse sprechen aber dafür, dass die Form, in der Zink gefüttert wird, eine Rolle spielt.
Zwei Zinkformen in einem Produkt
VitPet+ Zink Forte Plus kombiniert zwei Zinkformen: organisch gebundenes Zink-Chelat, das der Körper gut aufnehmen kann, und hochporöses Zinkoxid, das erst im sauren Milieu des Magens gelöst wird. Die beiden Formen werden unterschiedlich aufgenommen und sollen so für eine gleichmäßigere Zinkversorgung über den Tag sorgen.
Dazu kommen Kupfer und Selen, damit die erhöhte Zinkgabe das Zusammenspiel der Spurenelemente nicht einseitig verschiebt.
Das steckt in der Tagesration für ein Großpferd (40 g):
| Spurenelement | Menge pro Tag |
|---|---|
| Zink (je zur Hälfte Chelat und Zinkoxid) | 720 mg |
| Kupfer | 80 mg |
| Selen | 1,0 mg |
Kleinpferde (ca. 300 kg) erhalten 20 g täglich, also die Hälfte dieser Mengen. Ein Messlöffel entspricht etwa 20 g.
Kur statt Dauerfütterung
Zink Forte Plus ist bewusst als Kur ausgelegt: 1- bis 2-mal im Jahr über jeweils 2 bis 3 Monate. Die angegebene Tageshöchstmenge sollte nicht überschritten werden.
Der Grund ist einfach: Die Kurmenge liegt deutlich über dem täglichen Bedarf und ist dafür gedacht, eine Lücke gezielt zu schließen, etwa im Fellwechsel. Für die tägliche Grundversorgung ist ein ausgewogenes Mineralfutter der richtige Weg, zum Beispiel VitPet+ Daily Natural Minerals.
Wichtig: Füttern Sie nicht mehrere zinkreiche Produkte gleichzeitig, ohne die Gesamtmenge zu kennen. Zink aus Mineralfutter, Kraftfutter und Ergänzung zählt zusammen. Die EU begrenzt den Zinkgehalt im Gesamtfutter, und auch deshalb gilt: Rechnen, statt zu stapeln.
Häufige Fragen zu Zink beim Pferd
Woran erkenne ich, dass mein Pferd zu wenig Zink bekommt?
Eindeutige Zeichen gibt es nicht. Stumpfes Fell oder brüchiges Hufhorn können viele Ursachen haben. Aussagekräftig ist eine Rationsberechnung. Bei anhaltenden Auffälligkeiten sollten Sie Ihren Tierarzt hinzuziehen.
Kann ich Zink dauerhaft füttern?
Eine hochdosierte Zinkgabe gehört als Kur gefüttert. Die tägliche Grundversorgung übernimmt das Mineralfutter.
Kann ich Zink Forte Plus zusätzlich zum Mineralfutter geben?
Ja, viele Halter machen das während einer Kur. Schauen Sie vorher auf die Zink- und Selengehalte Ihres Mineralfutters und rechnen Sie die Mengen zusammen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Kur?
Am sinnvollsten ist der Start kurz vor dem Fellwechsel, damit die Nährstoffe zur Verfügung stehen, wenn das neue Fell gebildet wird. Konkret:
- Herbstkur: Beginn Anfang bis Mitte September, Ende im November. Das Winterfell wächst ab September.
- Frühjahrskur: Beginn Mitte bis Ende Februar, Ende im April oder Mai. Das Winterfell wird ab Februar abgeworfen.
Mehr zum Fellwechsel lesen Sie in unserem Ratgeber Fellwechsel beim Pferd: Welche Nährstoffe jetzt wirklich zählen.
Hilft Zink auch bei den Hufen?
Zink ist an der Keratinbildung beteiligt und damit auch für das Hufhorn wichtig. Hufhorn wächst jedoch nur wenige Millimeter im Monat, Ergebnisse brauchen deshalb Monate.
VitPet+ Zink Forte Plus: hochdosiertes Zink aus zwei Zinkformen, kombiniert mit Kupfer und Selen. Als Pellets im 1,8-kg-Eimer mit 20-g-Messlöffel. Zum Produkt →
Über den Autor
Silvester Rossmann ist gelernter Landwirt und seit knapp 30 Jahren in der pharmazeutischen Industrie tätig. Dort hat er gelernt, worauf es ankommt: Wirksamkeit, Qualität, Sicherheit und die Relevanz von Studien. Als Inhaber der slyco GmbH lässt er dieses Wissen aus Tierwirtschaft und Pharma in die Produkte von VitPet+ einfließen.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Wenn Ihr Pferd gesundheitliche Beschwerden hat, wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt.
Quellen:
Wichert B., Kienzle E., Thomas W. (2002): Zinc, Copper and Selenium Intake and Status of Horses in Bavaria. Journal of Nutrition 132(6).
Kania M., Mikołajewska D., Marycz K., Kobielarz M. (2009): Effect of diet on mechanical properties of horse's hair. Acta of Bioengineering and Biomechanics 11(3).
National Research Council (2007): Nutrient Requirements of Horses. 6. Auflage, National Academies Press.
Durchführungsverordnung (EU) 2016/1095 der Kommission vom 6. Juli 2016 (Höchstgehalte für Zink in Futtermitteln).